Rezension
Tres Lunas
Zur Musik: Ein Chill-out Album, passend für die Sonnenuntergänge am Cafe del Mar auf Ibiza, hat natürlich was Stimmiges. Wieder einmal verzaubert er durch atemberaubende Gänsehaut-Melodien den interessierten Hörer. Ja, damit kennt er sich gut aus, der smarte Oldfield im blondierten Yuppie-Look. Immer wieder kitzelt er mit meisterlicher Hand die Gehörgänge wie kaum ein anderer.
Mit "Tres Lunas" entfernt sich Mike Oldfield um Lichtjahre von seinen alten Werken. Fans der ersten Stunde werden wohl niemals wieder ein neues "Ommadawn" präsentiert bekommen und das ist auch gut so. Das neue Album ist zwar sehr gewöhnungsbedürftig, entfaltet garantiert nach zweitem Hören seinen Reiz, ungewöhnlich rhythmisch, tanzbar, dennoch völlig unaufdringlich, zum Chillen eben. Ständig weht ein warmer Synthie-Wind durch die Sonnenuntergangs-Stimmung, begleitet von Oldflields unverwechselbarer Gitarre, lupenrein und machmal jaulend. Da nervt schon eher das zusätzliche Saxophon an gewissen Stellen. Hätte er auf den süßlichen Kitsch in den (zum Glück) wenigsten Songs verzichtet, wär es ein rundum gelungenes Album. Unter diesen Umständen ein ausgewogenes Werk aus Glanzstücken und Banalitäten.