Rezension

Lost Horizons

Lemon Jelly

2002 CD 8 Tracks 59:56
★★½☆☆ 5.3/10 (3 Stimmen)
Diese Rezension wurde von Frank Korf verfasst am 2. November 2002 und stammt aus dem MEMI-Archiv (1994–2005).
Frich, frech und manchmal ein kleines bißchen durchgeknallt - so könnte man wohl die zweite Scheibe des britischen Duos Lemon Jelly einstufen. Das geht schon bei der Verpackung los: Die Pappschachtel in Übergröße, die garantiert in kein genormtes CD-Regal paßt, ist zwar quietschbunt, enthält aber keine Beschriftung. Hat man einmal die Folie mit dem Aufkleber "Lemon Jelly - Lost Horizons" entfernt, sollte man sich den Titel der CD gut einprägen - denn die CD an sich ist ebenfalls bunt und unbeschriftet und das Booklet enthält zwar immerhin eine Titelliste und ein paar Informationen, aber keinesfalls den CD-Titel.

Nun, wenigstens die CD paßt in handelsübliche Player, so daß man die 8 locker-flockigen Downbeat-Titel ohne weitere Probleme genießen kann. Die Jungs samplen alles was ihnen zwischen die Finger kommt, rühren einmal gut um und man wundert sich nur noch daß das erstens alles zusammenpaßt; und zweitens trotz der meist recht dichten Soundkulisse so unbeschwert klingt. Akkustische Gitarren sind immer wieder gerne genommen. Und Sprachfetzen natürlich. In "Return to Patagonia" darf's sogar ein Männerchor sein, der dezent untergemischt wird - schon etwas ungewönlich für einen ziemlich energiegeladenen, überhaupt nicht symphonischen Track. Umso krasser dann der Übergang zu "Nice Weather For Ducks": Donnergrollen, Regen, in der Ferne trällert jemand fröhlich ein Kinderlied: "All the ducks are swimming in the water...". Quak quak. Aber keine Angst, der Titel löst sich schnell vom Kinderlied.

In einer anderen Kritik fand sich ein sehr passender Begriff für diese Musik: "Zitronenmarmelade". "Lost Horizons" ist eine CD abseits ausgetretener Pfade, die einfach Spaß macht.