Rezension

Debut!

Hybrid Machine

1996 CD 8 Tracks 49:04
★★★★½ 8.8/10 (18 Stimmen)
Diese Rezension wurde von Martin Rothhaar verfasst und stammt aus dem MEMI-Archiv (1994–2005).

Warum kauft man sich das Album eines Newcomers, von dem man zuvor noch nie auch nur den geringsten akustischen Laut gehört hat? Vielleicht, weil ein gewisser Albrecht Piltz kühn die Behauptung aufstellt, daß diese Syntheticals "sich anhören wie unser Kölner Brainwork" [Keyboards 3/97].

Genau das war zumindest für mich der Grund, ins kalte Wasser zu springen, und diese CD ungesehen, ... ähhh, ungehört zu bestellen. Und es hat sich gelohnt! Kaum ein anderer Silberling darf derzeit bei mir seine Bits so oft in Audiowellen umwandeln, wie das rundum gelungene "Debut!" des Österreichers Alexander Guelfenburg, alias Hybrid Machine.

Sofort im ersten Titel "Icehorn Part I" überzeugt eine geniale Pianomelodie, die perfekt von sphärischen Klängen und diversen Arpeggios umspielt wird. Es gruppieren sich nach und nach verschiedene andere Klänge und Melodiebögen um die Grundmelodie und bauen den Titel bis zu einem mystischen Break langsam auf. Aus einem tiefen Raum treten nun langsam wieder die verschiedenen Arpeggios in den Vordergrund und werden von einer CMI-Vox-Linie und einem neuen Thema in perkusivem Klang gekrönt. Atmosphäre total - perfekt!

Ebenfalls von einer sehr eingängigen Melodie getragen und von klaren Drums sowie einem stellenweise sehr ausgefeilten Bassthema vorwärts getrieben kommt "Just Flying" sofort zur Sache. Der Aufbau des Titels ist eher klassisch, die verschiedenen Sounds perfekt aufeinander abgestimmt. Verschiedene Melodie- und Basslinien umspielen das Hauptthema, Sounds und Songstrukturen erinnern wirklich teilweise sehr erfreulich an bestimmte Titel des genialen Brainwork-Albums "Melodie & Ambience". Sehr schön.

Im Grunde brauche ich an dieser Stelle nicht großartig weiter zu schreiben. Irgendwann gehen mir die positiven Vokabeln aus und ich fange an, mich zu wiederholen. Was keinesfalls bedeuten soll, daß die hybride Maschinerie sich auf ihrem Debut! in irgendeiner langweiligen Form wiederholt. Im Gegenteil. Jeder der acht zwischen 0:36 und 9:11 langen Titel hat seinen eigenen Charakter und doch - oder vielleicht gerade deswegen - beweist der Österreicher eine durchgängige charakteristische Handschrift, die man sich merken sollte.

Die vergangene Zusammenarbeit des Hybrid Machine-Machers mit Robert Wittek scheint nur ein erster Schritt in Richtung sehr hörenswerter EM gewesen zu sein. Daß Guelfenburg auch sehr gut auf eigenen Beinen stehen kann, zeigt dieses Album mehr als deutlich.

Mein Tip: Kaufen!!!