Rezension
Un viaggio attraverso l
Wenn einer eine Reise tut, kann er viel erzählen - meint zumindest der Volksmund. Auch Bernd Kistenmacher hat eine Reise getan. Oder besser gesagt: Er hat im Frühjahr und Sommer letzten Jahres drei Reisen nach Italien getan, darin eingeschlossen ein Auftritt bei einem Elektronik-Festival in Bologna im April. Auf seiner neuen CD Un viaggio attraverso l'Italia erzählt er nun in musikalischer Form von diesen Reisen.
Nun sind imaginäre wie reale Reisen bei Elektronik-Musikern ein gern genommenes Thema, und es sol auch schon Musiker gegeben haben, bei denen eine Reise inspirierend gewirkt hat. Bei Bernd Kistenmacher hat die Reiserei leider nicht dazu geführt, daß ihm musikalisch etwas anderes eingefallen ist als das, was er auch in den vergangenen 10 Jahren schon so oder so ähnlich auf CD gebrannt hat.
Die CD beinhaltet insgesamt 4 Titel - zwei kurze mit je ca 5 Minuten und zwei lange mit 23 bzw 35 Minuten. Die kürzeren sind die besseren: Cogni di B. (Dreaming of B.) ist eine nette kleine Piano-Ballade zum Träumen, Rittorno a casa (Driving Home) ist dann eher ein typisches Elektroniker-auf-Reise-Stück - winke winke, und tschüß.
Bei Un viaggio l'Italia parte 1 kommen mir zuwenig Ideen auf zuviel Zeit: Ein paar Flächen, ein paar Sequenzen, ein wenig Piano-Geklimper, das einmal gut durchgerührt - das ist zuwenig für 22:31 min. Der zunächst ruhig beginnende zweite Teil entwickelt sich dann nach ca 10 Minuten zu einem klassichen Berliner Schule-Stück - auch nicht gerade Innovationspreisverdächtig.
Wirklich schlecht ist die Musik dabei eigentlich nicht - EM-Nostalgiker werden vielleicht ihre wahre Freude an dieser CD haben. Aber wir schreiben mittlerweile das Jahr 2001.