Rezension

Organics

Steve Hug

2000 CD 12 Tracks 68:46
Diese Rezension wurde von Rainer Buchty verfasst am 4. Oktober 2000 und stammt aus dem MEMI-Archiv (1994–2005).
Organics, das nunmehr 6. Album von Steve Hug, wird sogleich eröffnet vom (gleichnamigen) elfminütigen Titeltrack. Hier lösen Klangräume und Sequenzen einander ab, um in rhythmischen Parts wieder zusammengeführt zu werden. Rhythmisch geben sich auch die folgenden Bioelectric Fields sowie die achtminütigen Macrobiotic Adventures, in welchen knurpsend-blubbernde Sequencer-Spechte tonangebend sind. Allesamt sehr angenehm anzuhören, jedoch streckenweise mit einigen kleinen Längen.

Es folgt mit knapp 17 Minuten der eigentliche Höhepunkt der CD, der fünfteilige Symbiotic Cycle. Jeder Teil dieses Zyklus repräsentiert eine eigene kleine, in sich abgeschlossene Welt, zusammengehalten von einem klanglichen Rahmenwerk. Eine interessante Kollage, welche beständig zwischen den Stilen von Tangerine Dream, Kraftwerk und Philip Glass hin und her pendelt.

Ruhig geht es zu in Black Eyes, wohingegen der abschließende Mahnruf Preserve the Rainforest stilistisch an die ersten drei Tracks anknüpft. Ebenfalls auf der CD enthalten sind die Bonustracks Asian Future und Timespace Victory, letzteres eine Elektronik-Hymne, wie sie einer SciFi-Serie gut zu Gesichte stehen würde.

Dem ein oder anderen wird diese CD sicherlich zu minimalistisch sein, denn hinsichtlich Arrangement und Instrumentierung ist Organics sehr konservativ ausgefallen, was sich durch teilweise Längen bzw. einen hohen Wiedererkennungswert bestimmter Sequenzen ausdrückt. Drum bleibt als Fazit: Kein Quantensprung, aber dennoch nett anzuhören.

Bezug (historisch): Manikin Records