Rezension
Le Printemps Mystique
Das in großen Buchstaben auf dem Cover prangende "Meditation" und die rundum mit Wolkenhintergrund versehene Verpackung lassen Böses ahnen. Aber nach Abspielen des Openers "Le Printemps Irresistible" stellt sich Erleichterung ein: Kein New Age-Gedudel sondern gut durchkomponierte Klangbilder erscheinen. Dem Thema entsprechend ist die gesamte CD von einer positiven (viel Dur) Gesamtstimmung. Wem das erste Stück doch noch zu süsslich ist, sollte zu Track 2 weiterskippen, denn "Glacier Caves" beginnt in bester "Berliner Schule"-Manier mit einer treibenden Sequenz und weiten Flächen. Track 3 ("Pyramiditation") könnte auch eines der letzteren TD-Werke sein, wenn nicht das Schlagzeug fehlen würde, Kaske bedient sich hier nämlich sehr ähnlicher Klänge.
Insgesamt findet sich auf dieser Platte eher ruhige, symphonische EM mit viel "orchestralen" Synth-Sounds, langen rhythmisch modulierten Flächen und kaum Percussion. Das alles ist zwar nicht besonders eigenständig und neu eigentlich auch nicht, aber "solide" ausgeführt. Wer sich also entspannt und soft in den Frühling beamen will, ist mit dieser Platte gut beraten. Ein wenig mehr "akustische" Sounds oder Percussion-Einsatz hätte vielen Stücken meiner Meinung nach gut getan, denn der "Frühling" klingt oft noch ein wenig frostig. Vielleicht sollte Stephan Kaske doch auch wieder ein paar Mitstreiter in seinen "Mythos" einweihen...