Rezension
Sonar Experience
Die meisten der 13 Stücke beginnen reißerisch, ziehen den Spannungsbogen (wenn denn einer vorhanden ist) schlagartig an und verharren darin nach ca. einer Minute. Spannung ohne Entspannung funktioniert aber nicht. So verpuffen Melodien, Sequenzerlinien, Rhythmus und die bereits angesprochenen Hochgenüße täuschen auf Dauer nicht über die mangelnde Emotion hinweg. Anspieltip: ein beliebiges Stück (Ausnahme folgt!) - aber aufpassen, die ersten Minuten können täuschen.
Nun gibt es da allerdings noch das viel zu kurze Ausnahmestück Nr. 11 mit dem Titel "laydown sonics". Da fehlen plötzlich die Wühltischsounds, da wird die Spannung langsam auf- und wieder abgebaut, da verpufft nichts und dann taucht da auch noch die Emotion aus der Versenkung auf. Hier gelingt es Schaaf, sich von seinen Zwängen zu befreien und uns vorzüglichste 6:56 Minuten Space-Music zu servieren. Das nicht genug, zeigt er auch noch ansatzweise, was er den amerikanischen Kollegen aus der Space-Music-Zunft voraushaben kann: Sounds die nach Strom riechen.
Und dann kommt im Anschluß gleich das lästige Stück Nr. 12, der "wave transmitter". Wer hat sich nur diese Reihenfolge ausgedacht? Vermutlich niemand.
Wer einen programmierbaren CD-Player hat, kann sich die Mühe machen und die Longplay-CD, deren Titel ich musikalisch nicht nachvollziehen kann, zu einer guten Maxi-CD zusammenschrumpfen. Jörg Schaaf benötigt unbedingt einen Produzenten, der diese Arbeit für ihn und für uns erledigt. Hier mein Vorschlag für die Maxi-CD: 2,4,11