Rezension
Voyageur
Diesmal ist es kein Konzeptalbum, sondern eine Platte mit Pop/Trance/Chillout-Nummern geworden. Im Gegensatz zu den unverbesserlichen Gegnern von Herrn Cretu, die behaupten, auch die neue Enigma-V sei überproduzierte Ethno-Musik. Der dynamische Song "Look of Today" sagt es bereits sehr deutlich: hier handelt es sich um moderne elektronische Musik, die den Zeitgeist trifft.
In den ersten Minuten des Albums bekommt der Hörer vertraute Klänge zu hören, dann wird’s exotisch und chillig. Jeder Song hat Charakter und setzt Zeichen in einer Zeit, in der Musik immer mehr zum Hintergrundrauschen verkommt, "Voyageur" wiederum weist genau in die umgekehrte Richtung. Lediglich der letzte Track baut an Anspruch ab. Es bleibt jedoch die Garantie, dass Michael Cretu's rhythmische Songs immer noch unschlagbar sind. Das freut die DJs, die wieder reichlich Stoff zum Remixen haben.
Gewöhnungsbedürftig sind die bis zur Unkenntlichkeit elektronisch verzerrten Vocalparts von Andru Donalds, Ruth Ann Boyle und vom Meister persönlich, der in seiner Funktion als Komponist, Musiker, Produzent und Toningenieur erneut seine Erstklassigkeit bestätigt. "Voyageur" ist eine Reise für mutige Abenteurer, die den Widerspruch suchen und im Detail finden.