Rezension
Empire of Illusions
Viel Zeit - ganze 6 Jahre - hat sich Christian Schimmöller aka Palantir für sein nunmehr drittes Solo-Album gelassen. Doch das Warten hat sich gelohnt: Fernab von den ausgetretenen Fahrwassern der klassischen EM widmet sich Empire of Illusions ganz der Erschaffung plastischer Klangräume. Besondere Freude an diesen haben Besitzer von "hochwertigen offenen diffusfeldentzerrten" Kopfhörern, verspricht gerade ihnen doch die verwendete binaurale Aufnahmetechnik einen besonderen Leckerbissen.
Mit Empire of Illusions hat Palantir eine gleichermaßen interessante wie gefällige Klangcollage kreiert, welche ein akustisches Abbild - der Titel legt es nahe - des Reiches der Träume und Traumwelten auf insgesamt 77:58 Minuten wiederspiegelt. Besonders erfreulich hierbei ist, daß Palantir es geschafft hat, die knapp 80 Minuten zu füllen, ohne Langeweile aufkommen zu lassen. Stattdessen schafft er unter Verwendung mannigfaltiger Samples immer neue, ineinander überfließende Eindrücke und der Hörer erlebt ganz automatisch das "Kopfkino aus dem Ich".
Doch nicht nur die CD selbst, auch das Cover wurde mit viel Liebe zum Detail gestaltet und stellt bereits ein kleines Kunstwerk für sich selbst dar. Und so hebt sich Empire of Illusions auch hier wohltuend von der breiten Masse ab.
Es ist zu hoffen, daß dieses Gesamtkunstwerk den Sprung vom reinen Internethandel hinaus auf die Ladentheke schafft. Zu schade wäre es, würde Empire of Illusions nur wenigen Eingeweihten vorbehalten bliebe.
Anspieltip: The Empire of Illusions (Track 3)