Rezension
Invisible Fields
Diese Rezension wurde von Wilhelm Lücken verfasst
am 1. Februar 2003
und stammt aus dem MEMI-Archiv (1994–2005).
Der Spyra haut einem die CDs um die Ohren, wie der Schulze seine
Mehrfach-Boxen. Nicht dass das jemand missversteht, denn Masse kann auch
Klasse sein. Im Vergleich zu seinem letzten Solo-Output (Elevator to
Heaven) muss man respektvoll anerkennen: die neue Platte ist noch
besser! Als Entrance gibt es einen 80er Retro-Synthie-Pop-Schocker, der
so manch EM-Traditionalisten aus der stillen Ecke den Wind durch die
Ohren bläst... aber mit Schmackes. Ab Track 2 wird jedoch klar: Auf
Spyras neuer CD befindet sich die geilste Elektronik-Mucke, die ein
echter Freak ein Leben lang gesucht hat. Die typischen polyrhythmischen
Soundstrukturen und ungleichen Taktmuster sind noch ausgereifter, die
Kreativität überragend und die Klangqualität läßt keine Wünsche offen.
Hammermäßig der Tack "Xylo-City Part II", geiler Rhythmus zum
Mitklopfen, dann Entwarnung und Übergang zum nächsten Track "Bath" (23
min.). Der könnte die Fangemeinschaft zwar spalten, aber ungewöhnliche
Experimente versetzen den einen oder anderen Hörer in eine
Nachtwanderung durch Spyras kleinen Garten der Sounds ... der Rest wird
weiterzappen.