Rezension

Elevator To Heaven

Spyra

2001 3CD
★★★½☆ 7.3/10 (14 Stimmen)
Diese Rezension wurde von Wilhelm Lücken verfasst am 21. November 2001 und stammt aus dem MEMI-Archiv (1994–2005).
Immer wieder ragt Wolfram "DER SPYRA" wie ein Fels in der Brandung aus dem Meer der Elektronik-Musiker hervor. Kein Wunder, dass sein neues Album Elevator to Heaven gewisse Ähnlichkeiten mit dem 2000er Mammut-Projekt des Sequenzer-Königs Klaus Schulze aufweist. Auch DER SPYRA möchte dem geneigten Elektronik-Fan mit einer Mehrfach-CD-Box beglücken. 3 CDs, jeweils um die 72 Minuten lang, verpackt mit einem krass-illustrierten Booklet, teilweise signiert, und einem äußerst geschmackvollen Cover-Design.

CD 1 präsentiert einen Live-Act aus dem Space-Trance-Tronic-Festival in Berlin (Nov. 2000). 10 Tracks, die dem Space-Trance-Motto gerecht werden durch überwiegend experimentelle, atmosphärische Songs, zum Teil außergewöhnlich performed mit einem Stahl-Cello (Bow-Chimes). Ein selbst-gebasteltes Intrument, das Wolfram klangtechnisch verändert hat. Wer allerdings ein Konzert à la E-Live in Nimwegen erwartet, wird enttäuscht, denn so rhythmisch und pulsierend wie 1999 in Nimwegen präsentiert sich Wolfram auf diesem CD-Ausschnitt nicht.

CD 2 ist ein wahrer Leckerbissen für alle Sequenzer-Freunde und ein Muss für alle Electronic-Freaks. Hier erkennt man den Spyra wieder, wie er in bewährter Erstklassigkeit Sequenzer-Sounds und raffinierte Leadlines anbietet, die häufig erst beim zweiten Hören ihren Charme entfalten. Sparsam instrumentierte groovig-rhythmische Tracks wechseln sich mit meditativ-melancholischen Klangteppichen ab. Eine Hommage an Altmeister Klaus Schulze ist der Titel "Last Train To Bayreuth". Allein dieser Track wird sich in die Liste der ewigen Elektronik-Hammer-Hits einreihen (müssen)!

CD 3 enthält einige Überraschungen. Wer noch keine Film-Soundtracks von Spyra kennt wird hier mit sehr abwechslungsreichen Soundelementen bedient, u. a. mit der Oscar-prämierten Film-Musik des Zeichentrickfilms "The Quest".

Die 3-CD-Box beweist erneut warum Wolfram Spyra in die Liga der First-Class-Elektroniker gehört. Allerdings ist mir rätselhaft, dass er nur Insidern ein Begriff ist. Da jedes Album von Spyra immer mit den besten Empfehlungen verabreicht wurde, kann ich mich nur anschließen.